12 Zoll/f5,4 Reise- Dobson

Hauptspiegeldurchmesser: 311mm
Brennweite: 1672mm
Spiegeldicke am Rand: 25mm
Spiegelmaterial: Borofloat
Fangspiegeldurchmesser: 51mm
Sucher: Quickfinder

Gesamtgewicht : ca.10kg

Der fertige 12-Zöller auf seiner ersten Reise Weihnachten 2005 / La Palma.

Der obere Tubus:

Der obere Tubus besteht im Wesentlichen aus einem Ring, den ich aus einem 15x15x1mm Alu- Quadratrohr gebogen habe:

Der Winkel, an dem das OAZ-Brett befestigt ist dient außerdem dazu, die Nahtstelle des Rings zu stabilisieren.

Der Okularauszug arbeitet nach dem Helical-Prinzip. Die Kugellager sind so montiert, das deren Rotationsachse um ca. 2° gegen die der zentralen Hülse geneigt ist. Dadurch wirken sie bei Drehung der Hülse ahnlich wie ein Gewinde.

Die Spinnenarme sind aus 0,3mm Messingblech, am Ende sind jeweils geschlitzte Messingschrauben angelötet mit denen die Spinne im Ring gespannt werden kann. Das Mittelstück ist aus Alu- Rechteckrohr 34x19,5mm, die Aufnahme des Fangspiegels hat eine Nut die genau auf das Rohr passt.

Dadurch läßt sich er Fangspiegel auch nach einer "Reiseverpackung" wieder passgenau ansetzen. Der FS hat 50mm kleine Achse, das müßte visuell laut "NEWT" soeben reichen (tut es auch, wie ich mittlerweile weiß)

Nach den ersten Beobachtungen zeigte sich, das die offene Bauweise des oberen Tubus eine große Empfindlichkeit gegen Streulichteinfall mit sich bringt. Angeregt durch einen Tip von Jim Miller aus der Ami- ATM Liste habe ich mich dann auf die Suche nach einer Irisblende begeben, die 1. leicht, 2. klein, 3. flach sein und 4. einen großen Einstellbereich haben sollte. Fündig geworden bin ich bei Wolfgang Lille. Er hat mir eine Irisblende besorgt, die bei 70mm Aussendurchmesser einen max. freien Drurchlaß von 50mm hat, der kleinste Durchlaß ist ca. 3mm und die Bauhöhe der Blende ist 7mm bei einem Gewicht von ca. 50g:

Die Öffnung wird mit dem kleinen Hebel stufenlos eingestellt und kann dem Gesichtsfeld des jeweiligen Okulars angepasst werden.

Drei Stellungen der Irisblende.

Biegen von Aluminium- Rohren:

Zum Biegen der Rohre für den Ring des OT und die Höhenräder benutze ich Matritzen aus Hartholz, zwischen denen im Schraubstock dann das Rohr gebogen wird. Die Radien der Matritzen sollten ca. 10% kleiner sein als die angestrebten Radiuen des fertig gebogenen Teils und können mit der Stichsäge ausgeschnitten werden. :

Beim Biegen muß man schrittweise vorgehen und sollte nicht versuchen, den endgültigen Radius mit einem Hub des Schraubstocks herzustellen. Besser ist es, viele kleine Hübe zu machen und das Rohr dabei in kleinen Schritten weiter durch die Matritze zu schieben.

Spiegelbox und Wiege:

Die Spiegelzelle hat 6 Auflagepunkte, deren Lage mit Plop berechnet wurde. Aufgebaut ist die Zelle ähnlich wie die meines 16ers, also Alurohr mit innenliegenden Wippen. Die Tragrohre sind den Enden über Bleche verbunden, die geklebt und genietet sind. Als Schlinge verwende ich ein Stück Stahlbandmaß.

Beim Zusammenbau der Zelle werden die Justierschrauben (M5 Messing) von der Unterseite her durchs Tragrohr gesteckt. Die Rändelmutter (ebenfalls Messing) wird von oben her soweit aufgeschraubt, das man die Schraube frei drehen kann, in Längsrichtung aber fast kein Spiel mehr hat (damit man daran länger Freude hat, sind unter Schraubenkopf und Rädelmutter jeweils harte Anlaufscheiben drunter). Dann wird die Rändelmutter gekontert.

In den Lagerböcken an der Seitenwand der Spiegelbox sind Muttern eingelassen, in welche die Justierschrauben (die ja gleichzeitig auch Halteschrauben sind) beim Einbau der Zelle in die Schliegelbox eingeschraubt werden. Justiert wird der Spiegel von der Unterseite her mit den Rändelschrauben, die auf der Oberseite der Zelle angeordnet sind (ist zwar eng, aber geht), alternativ kann man auch mit Werkzeug (auch der Schraubendreher an meinem Schweitzer Messer passt) am Schraubenkopf im Rohr drehen.

Die Spiegelbox aus 9mm Multiplex. Die Höhenräder (hier noch im Rohbau, mittlerweile ist EbonyStar drauf) haben 330mm Radius und sind aus 15x15x1 Alu- Quadratrohr gebogen. Die Streben sind aus 10er Alu- Quadratrohr und über 3mm Knotenbleche (geklebt und genietet) mit den Bögen verbunden.

Die aufgehenden Stangen sind aus 16x1 Alurohr, die Querstreben aus 10er Alurohr.

Die Basis der Rockerbox besteht aus einer 19mm Multiplexplatte, die in der Mitte ein Loch hat und deren Ecken mit der Oberfräse zur Gewichtseinsparung ausgefräst wurden. Die Seitenteile der Rockerbox sind in Leistenbauweise aus Kiefernleisten erstellt, die Auflagen der Höhenräder aus drei Lagen 1,5mm Sperrholz laminiert. Das Ganze ist sehr leicht und ausreichen steif. Der Drehrahmen ist aus 10mm Alu- Vierkantrohr und kann mit einem Handgriff von der Rockerbox abgenommen werden, die Füße sind abschraubbar.

Auf der Oberseite des Grundbrettes wurde 1,5mm Flugzeugsperrholz vollflächig aufgeklebt , dadurch kann die Rockerbox als Deckel für den UT verwendet werden. Zum Schutz des Spiegels während des Transportes habe ich für die Spiegelbox einen Boden und einen Deckel gemacht:

Die Spiegelbox wird von oben auf den Boden gestellt. Die Dreikantleisten sind auch außen leicht angefast damit der Boden sich genau in der Box zentriert. Die Höhe der runden Holzstopfen auf dem Boden ist so bemessen das zur Unterseite des Spiegels noch minimales Spiel ist (kleiner als 1mm). Die Schrauben sind in die Holzstopfen eingeklebt und zum Schutz des Spiegels mit Schrumfschlauch überzogenen.

Der obere Deckel hat an den Stellen, wo die Löcher sind Distanzklötze, die angeschrägt sind und den Spiegel an der Oberkante der Fase halten, wenn er aufgesetzt und verschraubt ist:

Der Deckel auf dem HS ist verschraubt, der Spiegel ist damit sicher gegen Verrutschen und Beschädigungen geschützt. Das Teil, das wie eine Wählscheibe aussieht, hält den Okularauszug samt Brett während des Transports an Ort und Stelle.

Das Teleskop im "Reisemodus". Alle Teile außer den Stangen und den Höhenrädern werden im UT untergebracht, die Rockerbox wird dann verkehrt herum aufgesetzt, fungiert dann als Deckel und wird mit einem Spanngurt gesichert. Dieses Päckchen ist dann 44x44x14cm groß und passt mitsamt der Höhenräder in einen Hartschalenkoffer. Die Stangen kommen in ein Kunststoffrohr.

Hier geht´s zur Internetpräsenz von: Traveldob Reiseteleskope

Weitere Bilder des Teleskops und Beschreibungen gibt es auch in folgenden Beiträgen auf Astrotreff.de:

12 Zoll zum Mitnehmen; La Palma - ein Wintertraum; Update Homepage

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