16 Zoll/f4,8 Dobson

Hauptspiegeldurchmesser: 406mm
Brennweite: 1945mm
Spiegeldicke am Rand: 41mm
Spiegelmaterial: Pyrex
Fangspiegeldurchmesser: 79mm
Sucher: Quickfinder + 3,5"/f4 Newton

Gesamtgewicht : 35kg

Der fertige 16- Zoll Dobson.

Der obere Tubus:

Auch beim 16Zöller wollte ich auf jeden Fall auch meinen Bino- Ansatz benutzen können, darum mußte der obere Tubus einen Okularschlitten bekommen:

Fokussiert wird mit dem Drehknopf rechts neben dem Okularstutzen, der über ein Schneckengetriebe zwei Zahnräder auf einer Welle an den zugehörigen Zahnstangen betätigt. Dieses Prinzip habe ich in ähnlicher Form bereits beim 10 Zoll- Bino verwendet und gute Erfahrungen damit gemacht.

Der obere Tubus im Robau.

Anstelle der normalerweise verwendeten Alu- Rohre zur Verbindung der Ringe des oberen Tubus hab ich U- Profile aus 6mm Multiplex zusammengeleimt. Diese Bauweise spart Gewicht, der Tubus wird sehr steif und außerdem können die Führungsschienen des Schlittens auf die Seitenflächen geschraubt werden.

Der Okularschlitten im Rohbau.

Die Führungen sind Miniatur- Lineargleitführungen namens "DryLin" von Igus, das Schneckengetriebe ist selbstgebaut mit Zahnrädern von Conrad Electronic.

Damit man bei Verwendung des Binoansatzes nicht den ganzen Weg kurbeln muß, habe ich auf der Antriebswelle eine Kupplung montiert, mit der das Schneckenrad ausgekuppelt werden kann. Dann läßt der Okularschlitten sich frei verschieben.

Die Spinne ist aus 1,5mm Alu- Blech und einteilig. Im Knick ist ein Stück 20mm Vierkant- Alu eingeschraubt, das der Länge nach durchbohrt ist und den Fangspiegel (79mm kleine Achse) hält.

Unten am 20er Vierkant ist ein Platte mit Gewinde für die Justierschrauben angeschraubt. Die Platte, die auf dem zylindrischen Fangspiegelhalter aufgeschraubt ist, hat Bohrungen deren Durchmesser 5mm größer sind als die Schrauben (darum die großen Scheiben). So kann der Spiegel zur Justage seitlich verschoben werden.

Spiegelbox und Wiege:

Die Spiegelbox aus 12mm Multiplex. Rockerbox und Höhenräder sind 30mm stark. Die Höhenräder haben 315mm Radius. Dadurch kann die Wiege flach gehalten werden.

Die Rockerbox mit dem Grundrahmen aus 20mm Alu- Vierkantrohr.

Eine der drei Ecken, auf denen die Rockerbox dreht. Die Rollen sind aus Polyamid (Nylon) gedreht und haben ein Messingrohr eingepreßt. Als Achse dient eine M8er Schraube. Die Gleitbeläge sind 3mm starkes Teflon von Gerd Neumann. Die Laschen auf den Rollen haben 1mm Spalt zum Bodenbrett der Rockerbox und halten den Rahmen beim Transport.

Die Spiegelzelle:

18- Punkt Spiegelzelle mit innenliegenden Wippen

Die Einzelteile der Spiegelzelle, oben ein komplett montiertes Rohr, unten die Einzelteile eines weiteren.

Die Zelle ist als Rahmen aus 40x20 Alu- Rechteckrohren aufgebaut, die an den Ecken mit 6mm Flachmaterial untereinander verschraubt sind. Die Wippen, an denen die Dreiecke befestigt sind, liegen innerhalb der Rohre. ( Das untere Rohr ist im wirklichen Leben natürlich nicht krumm )

Der Rahmen ist an den Seitenwänden an drei Stellen justierbar befestigt. Durch Drehen der Rändelschraube wird der gesamte Rahmen (samt Schlinge) nach oben bzw. unten bewegt und der Spiegel justiert. Die Schlinge ist an Bolzen befestigt, die auf der Oberseite aufgeschraubt werden und jeweils einen Excenter haben, der den Spiegel gegen Verrutschen sichert.

Der Spiegel:

Den Spiegel habe ich aus einem Rohling von Newport Glass selbst geschliffen. Er ist aus Pyrex, 41mm dick und hatte eine vorgefräste f/5 Kurve. Das Tool hat 330mm Durchmesser und besteht aus zwei 12mm starken Glasscheiben und drei Multiplexplatten, die mit 2-Komponentenkleber vollflächig miteinander verklebt sind. Dann wurde die Kurve mittels langsam laufender Bohrmaschine und Diamantschleiftopf vorgeschliffen. Das Tool liegt dabei in einer wassergefüllten Wanne (abgesägter Mörtelkübel), die sich auf einem angetriebenen Drehteller gleichmäßig dreht. So kann das Glas ohne jede Staubentwicklung bearbeitet werden.
Den Bearbeitungsfortschritt überprüfe ich von Zeit zu Zeit mit einer Schablone, die den Radius der Kurve hat. So läßt sich ein Glastool bis auf wenige 1/10mm genau vorfräsen. Die Anpassung an den Spiegel mit Carbo 80 geht dann innerhalb einer halben Stunde.
Der Feinschliff mit den Korngrößen 120-180-240-400-600-800-1200 ging ohne Probleme vonstatten. Ich schleife von jeder Korngröße ca. 30 Chargen.
Auspoliert habe ich den Spiegel mit dem 330mm Tool und 28° Pechhaut, Dauer ca. 14h. Nach weiteren 2h war die Sphäre erreicht.
Parabolisiert wurde mit Werkzeugen von 230, 150 und 100mm Durchmesser. Dies zog sich mit Unterbrechungen über ca. 4 Wochen hin, war aber ingesamt unproblematisch.
Laut Auswertung mit FigureXP hat der Spiegel einen Wellenfrontfehler von Lambda/12, das sollte reichen.

Der Sucher:

Weil Spiegelschleifen und Teleskope bauen Spaß macht, hat der 16er dann auch noch einen stilechten Sucher bekommen:

Der Kleine hat einen 12mm dicken Duran- Spiegel von 93mm Durchmesser und 360mm Brennweite, macht f/3,9 und ein riesiges Gesichtsfeld. (der Spiegel ist natürlich selbstgeschliffen).

Weil er damit am Himmel schon eine ganze Menge zeigt hat er auch noch eine Rockerbox bekommen, die ihn zu einem richtigen Dobson macht.

Der "Okularauszug" stammt aus dem Baumarkt und ist eigentlich eine Fassung für eine Glühbirne. Das Innenteil wurde auf 31,7 mm ausgedreht.

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